








01 Geschlossenes System 8 zu 15 02 Fänger 03 Häutungen Figur 1-4 04 Fußnoten Nr. 2/3 05 Lichttrichter Detail 06 Lichttrichter Detail |
Das künstlerische Denken Dorothea Reese-Heims - von 1983 bis 2009 Professorin für Textil an der Universität Paderborn- kreist um die skulpturalen Möglichkeiten von Papier und textilen Materialien. Gitterstrukturen, Lineaturen und lichtdurchwirkte Plastizität begründen den Gestaltcharakter ihrer Objekte und transparenten Raumkörper. In der gegenseitigen Bedingtheit von Innen und Außen, im Neben- und Gegeneinander der Strukturen, entsteht eine Vielfalt optischer Relationen, die das Auge des Betrachters fortwährend aktivieren. Immer wieder erprobt sie neue Werkstoffe, aus denen sie fragile Gebilde schafft – leicht und schwebend, wirken manche wie fremdartige, in schillernden Farben phosphoreszierende Wesen aus der Tiefsee. Die Künstlerin verspannt ihre Arbeiten mit dem Raum, vernetzt ihn, durchzieht ihn mit skelettartigen Strukturen, mit Adern und Kanälen.
Der Titel der Ausstellung, „Lineare Systeme“, betont die Spannung, mit der sich die Arbeiten zum einen als eigenständige Raumkörper behaupten, sich jedoch zugleich dem Betrachter öffnen und ihn in ihren ganz eigenen Bann ziehen. Die Werke, die dem Titel der Ausstellung Rechnung tragen und ihm zugleich diametral entgegenstehen, sind die „Geschlossenen Systeme“, die zur Serie der Raumzeichnungen gehören. Diese faszinierenden Werke sind nicht etwa - wie es seit Jahrtausenden in der Kunst Tradition ist - aus einem Stück Holz geschnitzt, aus Marmor geschlagen, in Gips geformt oder in Bronze gegossen, sondern bestehen aus leerem Raum. Genau diese Leere macht die Künstlerin sichtbar, formt und zelebriert sie geradezu, indem sie sie mit Metallringen oder Glasfaserstäben, aber auch mit dem edlen Papier des Maulbeerbaumes umspannt, so dass gitterartige, transparente Strukturen entstehen. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet Reese-Heim mit techtextilen Materialien und entdeckt immer wieder neue Gewebe und industriell hergestellte Stofflichkeiten für sich und schafft daraus fragile Gebilde mit bizarren Formen, die durch ihre Grazilität und anmutende Leichtigkeit bestechen.
Eine weitere wichtiger Komplex im umfangreichen Oeuvre von Reese-Heim sind die Arbeiten aus Papier. Seit 1981 setzt sich die Künstlerin mit diesem Werkstoff auseinander, entwickelte einen ganz persönlichen Umgang zu diesem uralten Material, dessen Möglichkeiten sie immer wieder auslotet. Zwar benutzt sie auch industriell hergestelltes Papier für ihre Zeichnungen, die einen Ausgleich zu ihrem skulpturalen Schaffen bilden, doch ist es vor allem die Herstellung selbst, die sie fasziniert.
Der Betrachter muss sich auf die exotisch wirkenden, teils enigmatischen Objekte selbst einlassen, um den Dialog des Objekts mit dem Raum, die verschiedenen Vernetzungen, die Variationen der Muster und Linienüberschneidungen zu entdecken.
Dorothea Reese-Heim (geb. 1943 in Sindelfingen) studiertean den Akademien der Bildenden Künste in Karlsruhe und München. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bayerischen Staatspreis, den Lotte-Hofmann-Gedächtnispreis für Textilkunst und den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Ausstellung: 12.01.-11.02.2012
Öffnungszeiten:
Dienstag-Freitag 12-20 Uhr, Sa 12-16 Uhr
Werkstattgalerie
Eisenacher Str. 6
D-10777 Berlin
info@werkstattgalerie.org
Tel: +49.30.21002158

01 Brone Neverdauskiene, 02 Brone Neverdauskiene, 03 Brone Neverdauskiene, 04 Agne Jonkutė 05 Agne Jonkutė 06 Agne Jonkutė 07 Remigijus Treigys 08 Remigijus Treigys 09 Remigijus Treigys |
The Embassy of the Republic of Lithuania and Werkstattgalerie
invite to opening of the exhibition
Thursday 16th February at 7 pm.
Words of Welcome by
Dr. Gabriele Žaidyte
(Cultural Attacheé of the Lithuanian Embassy in Berlin)
Introduction by
Ignas Kazakevicius
(Curator and Director of the Cultural Communication Center Klaipeda)
Berlin’s Werkstattgalerie presents the Lithuanian artists’ project Both sides of the Void organized by the Cultural Communication Center Klaipeda.
The exhibition in Germany features Agne Jonkute’s paintings, Brone Neverdauskiene and Monika Žaltauskaite-Grašiene’s installation, and Remigijus Treigys’s photographs. Although the exhibition is comprised of multiple objects, paintings, and photographs, I would call the territory occupied by each artist simply a work. Three gallery halls – three works, three versions of the void, encompassing the two possibilities of understanding the latter – as both physical and implied. The void as ideas of things. As a human being. As a social vacuum. As a possibility of a new start. The void as relations.
The artists talk about these states by using or transforming the medium of photography. In his photographs of the transitions between culture and nature, Remigijus Treigys captures the splinters and debris of time that fill the void extending between them. Agne Jonkute transfers to the canvas what the lens of a camera made in the interwar period, directed at a reinforced concrete house wall or a washed-off curtain, has captured, while Brone Neverdauskiene and Monika Žaltauskaite-Grašiene use human skin as his own history and turn it into different woven patterns with the help of computer jacquard weaving, and build objects from these patterns.
Their work has been show last year at Moscow Biennale.
Participating artists conceptions could be described by exhibition’s motto “All that God turns away from becomes human, all that man abandons becomes perfect”, says curator Ignas Kazakevicius.
Public Viewing:
Tuesday-Friday 12-20 Uhr, Sa 12-16 Uhr
Werkstattgalerie
Eisenacher Str. 6
D-10777 Berlin
info@werkstattgalerie.org
Tel: +49.30.21002158

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